SFS Safety Flooring Systems GmbH
Science for Safety
PET- und PVC-basierte Antirutschbeläge unterscheiden sich in Lebensdauer, Brandverhalten, Klebetechnik und Eignung für den Außenbereich deutlich. Dieser Vergleich stellt beide Materialklassen anhand prüfbarer Eigenschaften gegenüber — bewusst auf der generischen Materialebene, ohne Wettbewerbermarken zu nennen. Hersteller der gezeigten PET-Beläge ist die SFS Safety Flooring Systems GmbH aus Velbert (Nordrhein-Westfalen), die ihre Eigenmarken an ihrem eigenen Standort klimaneutral produziert.
| Eigenschaft | PET (SFS) | PVC (Markt) |
|---|---|---|
| Trägermaterial | Polyethylenterephthalat (PET) | Weich-PVC |
| Weichmacher (Phthalate) | Frei | Enthalten |
| Halogengehalt | Halogenfrei | Chlorhaltig |
| Brandverhalten Schienenfahrzeug | HL2 / HL3 erreichbar (mit Anforderungssatz R10) | HL2 / HL3 nicht erreichbar |
| Rutschhemmung (DIN 51130) | R10, R13 | im Markt u. a. R9–R13 |
| Klebstoff | Acrylat | i. d. R. lösemittelhaltige Klebstoffe |
| Lebensdauer (typisch) | 6–8 Jahre | 3–4 Jahre |
| Verhalten im Außenbereich | Materialstabil, witterungs- und temperaturbeständig | Deutliche Nachteile bei Langlebigkeit/Stabilität |
| Zulässige Untergründe | Stahl, Beton, Holz, Aluminium, lackierte Flächen | Materialabhängig |
| Reinigungsverträglichkeit | Mop + pH-neutrale Reiniger, mechanisch belastbar | Eingeschränkt |
Der deutlichste Unterschied zwischen den Materialklassen zeigt sich unter Witterungseinfluss. PET ist ein thermoplastischer Polyester, der dimensionsstabil bleibt und über Jahre hinweg ohne Versprödung Begehungs- und Reinigungslasten aufnimmt.
Eine ausführliche Materialbetrachtung von PET als Trägermaterial finden Sie auf der Themenseite PET-basierte Antirutschbeläge.
Im Schienenfahrzeug-Innenraum ist das Brandverhalten das entscheidende Unterscheidungsmerkmal. Die relevanten Normen sind produkt- bzw. anwendungsspezifisch — nicht alle sind unternehmensweit zertifizierbar.
DIN EN 45545-2 ist die europaweit verbindliche Norm für das Brandverhalten von Materialien in Schienenfahrzeugen und unterscheidet die Hazard-Level HL1 bis HL3 (HL3 = strengste Anforderungen, u. a. Züge mit Tunneldurchfahrten). PET-basierte SFS-Beläge erreichen HL2 und HL3 für definierte Anwendungsfälle (R10) und sind damit für ICE-, IC-, S-Bahn- und Metro-Anwendungen einsetzbar. PVC-Beläge erreichen diese Hazard-Level nicht.
DIN 51130 ermittelt die Bewertungsgruppen R9 bis R13: Eine Person steht auf einer neigbaren, mit Gleitmittel benetzten Ebene, deren Neigung erhöht wird; gemessen wird der Winkel, bei dem sie zu rutschen beginnt. PET-basierte SFS-Beläge sind in den Klassen R10 (CleanGrip mit Glas-Mikroperlen) und R13 (Safety-Floor Standard mit Korund) verfügbar.
Im öffentlich-baulichen Einsatz (Schulen, Verwaltungs- und Krankenhausgebäude) ist die Baustoffklassen-Einstufung nach DIN 4102 die anwendungsbezogene Referenz — komplementär zur DIN EN 45545-2 im Schienenfahrzeugbereich.
| Norm | Geltungsbereich | PET (SFS) |
|---|---|---|
| DIN 51130 | Rutschhemmung Bodenbeläge | R10 / R13 |
| DIN EN 45545-2 | Brandverhalten Schienenfahrzeuge | HL2 / HL3 (mit Anforderungssatz R10) |
| DIN 4102 | Brandverhalten Baustoffe in Gebäuden | Anwendungsbezogene Einstufung |
| DGUV 108-003 | Empfehlung Unfallversicherer | DGUV-Testzeichen je R-Klasse |
Auch in der Verarbeitung unterscheiden sich die Materialklassen. SFS-PET-Beläge sind selbstklebend und werden mit Acrylat verklebt; PVC-Beläge kommen in der Regel mit lösemittelhaltigen Klebstoffen aus.
| Schritt | Titel | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Untergrund | Zulässig sind Stahl, Beton, Holz, Aluminium und lackierte Oberflächen (nicht GFK). Untergrund trocken, fett- und staubfrei, mit intakter Oberfläche. |
| 2 | Temperatur | Optimal 18–25 °C, mindestens 10 °C. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Anfangshaftung geringer und die Zeit bis zur Maximalhaftung länger. |
| 3 | Verklebung | Selbstklebend, blasenfrei aufbringen; Andruckrolle von der Mitte nach außen. Bei größeren Flächen abschnittsweise mit mindestens 5 mm Abstand zwischen den Bahnen. |
| 4 | Aushärtung | Die Maximalklebkraft wird nach ca. 72 Stunden erreicht; während dieser Zeit nicht voll belasten. |
| 5 | Pflege | Reinigung mit Mop und pH-neutralen Reinigungsmitteln; aggressive Lösemittel und Geräte mit hohem Flächendruck sind zu vermeiden. |
PET als Polymer ist seit den industriell etabliert und wird u. a. in Lebensmittelverpackung, Textilfaser und Verpackungsbau eingesetzt. PVC-basierte Antirutschbeläge kamen erst in den vor allem aus dem asiatischen Markt hinzu — populär vor allem über den Preis, mit Nachteilen vor allem im Außenbereich bei Materialstabilität und Langlebigkeit.
Für die Bewertung bedeutet das: PET ist in diesem Vergleich nicht das neuere, sondern das langlebigere und hochwertigere Material mit der längeren industriellen Historie.
Die Material- und R-Klassen-Wahl hängt vom Einsatzort ab. Innerhalb des PET-Sortiments von SFS stehen zwei Funktionsoberflächen zur Verfügung.
| Einsatzbereich | Empfehlung (PET) | R-Klasse / Norm |
|---|---|---|
| Treppen, Eingänge, repräsentative Verkehrsflächen | CleanGrip (Glas-Mikroperlen auf PET-Trägerfolie) | R10 nach DIN 51130 · DGUV-Testzeichen |
| Werkstatt mit Öl/Spänen, LKW-Aufbau, Hubarbeitsbühnen-Aufbau | Safety-Floor Standard fein/grob (Korund) | R13 nach DIN 51130 |
| Außentreppe / Verkehrsfläche außen | CleanGrip Stufenprofil | R11 nach DIN 51130 |
| Schienenfahrzeug-Innenraum (Brandschutz) | CleanGrip | HL2 / HL3 nach DIN EN 45545-2 |
Vertiefende Seiten zu den Eigenmarken: CleanGrip und Safety-Floor Standard.
Ob Treppe, Industriehalle, Außenfläche oder Schienenfahrzeug — die richtige Material- und R-Klassen-Wahl hängt vom Einsatzort ab. Über den interaktiven SFS-Produktfinder grenzen Sie passende Produkte vorab selbst ein.
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